Ex-Tec Expeditions- und Rallye-Technik
Mit dem Defender von Tunis nach Mombasa – ein Reisebericht
in sieben Wochen durch sechs afrikanische Länder von Lisa und Horst Mösbauer
vom 28. November 2008 bis 13. Januar 2009

Wir betrachten es als glückliche Fügung, berufliche Erfordernisse und die Faszination des Abenteuers in Einem erleben zu können. Der Härtetest, dem wir unseren Defender Td4 aussetzen wollen, kombiniert diese beiden Faktoren ideal miteinander. In erster Linie wollen wir unter Realbedingungen die Expeditionstauglichkeit unserer Fahrzeugausrüstung ausloten – und daneben noch unser eigenes Durchhaltevermögen. Eine ausgedehnte Tour durch Afrika bietet sich aus mehreren Gründen für dieses Unterfangen an. Einer davon ist, dass wir es mit dem eigenen Fahrzeug in kurzer Zeit erreichen können.
Ein weiterer sind die archaischen Rüttelpisten, die dieser Kontinent zahlreich bietet. Wir geben aber gerne zu: Wir sind Afrika auch wegen seiner offenen, herzlichen Menschen und seiner unbeschreiblichen Landschaften verfallen. Nord- und Westafrika haben wir schon oft bereist; jetzt endlich ist Ostafrika an der Reihe.
Da unsere Fahrt durch sechs afrikanische Staaten führt und sieben Wochen dauern wird, kommen wir um eine sorgfältige Reisevorbereitung nicht herum. Impfungen gegen Tollwut, Gelbfieber, Hepatitis usw. sind zu absolvieren, Fähren von Genua nach Tunis und von Assuan nach Wadi Halfa müssen gebucht werden, einige Visa werden vorab eingeholt. Vorräte und Fahrzeugausrüstung sind zu checken; denn schließlich möchten wir die Widerstandsfähigkeit des Fahrwerks mit neuer Vorderachsfeder und die Stabilität von Reserveradhalterung, Hubdach und Inneneinrichtungs-System unter Extrembedingungen testen. Gutes Kartenmaterial ist unerlässlich, denn wie bei all unseren Reisen nehmen wir Abstand von käuflichen GPS-Koordinaten. Auf Digitale Planung der Reiseroute verzichten wir gerne, wir wollen die Reise nicht auf diversen Monitoren, sondern live erleben. Nach alter Väter Sitte nehmen wir auch in Kauf, Orten und Menschen unter Umständen durch ungenaue Karten oder Fahrfehler zu begegnen – nicht eingeplant, dafür aber oft umso interessanter.
Am 30. November 2008 ist es so weit. Gut gerüstet und erwartungsfroh fahren wir Richtung Süden. Die erste Übernachtung unserer Exkursion verbringen wir behaglich in unserem Hubdach-Schlafplatz in den verschneiten Bergen vor Genua.

Vom Brenner bis nach Genua fahren wir durch schneebedeckte Landschaften. Innerhalb von 24 Stunden bringt uns die Fähre nach Tunis. Wir haben Europa und den Winter hinter uns gelassen!

Nach unserer Tagesetappe durch Tunesien legen wir den ersten „afrikanischen“ Übernachtungsstopp bei Ksar Ghilane in den Sanddünen ein.

Tunesien und Libyen kennen wir aus früheren Reisen – für uns diesmal nur Durchreisestrecke.

Die Einreise nach Libyen ist nur über Reiseveranstalter möglich. Wir haben uns für Medusa-Tours entschieden. Ein Fehler, wie sich bald herausstellt. Mit allen möglichen Tricks wird versucht, die Transferdauer in die Länge zu ziehen. Schließlich bezahlen wir 940 € für den 3-tägigen Transit.

Dass es auch anders geht, erfahren wir bei der Ägypten-Einreise. Die erleben wir nach den gemachten Erfahrungen als sehr angenehm und unproblematisch – ganz anders, als oft in den Medien dargestellt. Ägypten empfängt uns herzlich mit einem freundlichen „welcome“.

Wir fahren, versicherungstechnisch nicht zu vermeiden, jetzt schon mit unserem zweiten afrikanischen Kennzeichen weiter. Unser nächstes Ziel ist die Oasenstadt Siwa, die wir auf guter Straße anrollen. Siwa, ein Ort mit ca. 300.000 Palmen und ca. 70.000 Olivenbäumen umgeben von Seen, liegt mitten in der Wüste.





– Bei den Exkursionen im gigantischen Sandmeer des Hinterlands kommen unsere Alu-Traktionsbleche erstmals zum Einsatz.





Im Gestein unter dem Sand finden wir Fossilien, die auf ehemalige Meeresbewohner hindeuten. Wir stoßen auch auf versteinertes Holz – kaum vorzustellen, dass hier einst ein Wald war.

Die spärliche Vegetation, die jetzt noch vorhanden ist, liefert uns immerhin soviel Brennholz, das wir tagsüber sammeln, um abends Lagerfeuer-Romantik pur genießen zu können.

Mit dem Duft des brennenden Holzes, mit selbst gebackenem Brot, und Speck mit Bohnen, in der Eisenpfanne brutzelnd, die wir speziell für solche Gelegenheiten entwickelt haben ...

In dieser Abgeschiedenheit reift in mir der Entschluss, ein Expeditions-Fernreise-Kochbuch zu schreiben, Rezepte dafür haben sich bei mir zur Genüge angesammelt.






– Drei Nächte verbringen wir in der Dünen-Landschaft und genießen die Ruhe und Reinheit der Natur unter dem einmaligen Sternenhimmel.
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9





© EX-TEC GmbH | Imprint | Design: Artwork Kommunikationsdesign